Wir haben fünf in Deutschland verfügbare CFD Broker nach einheitlichen Kriterien bewertet — Regulierung, Handelskosten, Marktangebot, Plattformen und Zusatzfunktionen. Alle Angaben stammen aus offiziellen Quellen der Anbieter.
So bewerten wir CFD Broker
Wir bewerten jeden Anbieter in fünf Kriterien auf einer Skala von 0 bis 10. Kriterien und Gewichte legen wir vor der Datenerhebung fest. Grundlage sind ausschließlich offizielle Angaben der Anbieter — Preisverzeichnisse, Produktseiten und Impressum.
| Kriterium | Gewicht | Was zählt |
|---|
| Regulierung & Kundengeldschutz | 25 % | Aufsichtsbehörde der für Deutschland zuständigen Gesellschaft, belegter Schutz der Kundengelder |
| Kosten | 30 % | Mindest- bzw. Standardspread EUR/USD und DAX, Inaktivitätsgebühr |
| Märkte | 15 % | Anzahl handelbarer Basiswerte laut Anbieter |
| Plattformen | 15 % | Eigene Web-Plattform und App, MetaTrader, TradingView, ProRealTime |
| Extras | 15 % | Wochenendhandel, Copy Trading, Knock-Outs/Optionen, Guthabenzinsen |
Veröffentlicht ein Anbieter zu einem Kriterium keine offiziellen Angaben, vergeben wir keine Gesamtnote, statt zu schätzen.
Punkteregeln: Regulierung 10 = deutsche Gesellschaft mit BaFin/Bundesbank als Hauptaufsicht, 7 = deutsche Zweigniederlassung mit Heimataufsicht in der EU, 6 = nur EU-Pass (z. B. CySEC), −1 ohne offiziell belegten Kundengeldschutz. Kosten: Rang nach Spread EUR/USD und DAX (je zur Hälfte), 10 = günstigster, −2 je Rang, −1 bei Inaktivitätsgebühr nach höchstens 12 Monaten. Märkte: ab 10.000 Basiswerten 10, ab 5.000 8, ab 2.500 6, darunter 4. Plattformen: eigene Web-Plattform und App 4, je +2 für MetaTrader, TradingView und ProRealTime/L2 (max. 10). Extras: je +2,5 für Wochenendhandel, Copy Trading, Knock-Outs/Optionen und Guthabenzinsen. Vorbehalt: Beim DAX nennt IG einen Mindest-, XTB einen Standardspread.
Regulierung
IG betreut Kunden in Deutschland über die IG Europe GmbH in Frankfurt, die direkt von BaFin und Bundesbank beaufsichtigt wird. XTB ist über eine Berliner Zweigniederlassung bei der BaFin registriert; die Hauptaufsicht liegt bei der polnischen KNF. eToro, Capital.com und Plus500 bedienen deutsche Kunden über Gesellschaften in Zypern mit CySEC-Lizenz und EU-Pass. Alle Varianten sind rechtlich zulässig — die direkte Aufsicht einer deutschen Behörde bietet aber nur IG.
Spreads und Handelskosten
Bei EUR/USD ist eToro mit 0,005 % pro Trade am günstigsten, gefolgt von XTB (ab 0,8 Pips) und IG (ab 0,9 Pips). Beim DAX liegen IG und XTB mit 1,2 Punkten vorn; eToro verlangt 0,007 % pro Trade, bei einem DAX-Stand um 25.500 Punkte also rund 1,8 Punkte. Capital.com und Plus500 veröffentlichen keine Mindestspreads.
Verlustquoten
Alle CFD-Anbieter in der EU müssen offenlegen, wie viele Privatkundenkonten Geld verlieren. Im Vergleich reicht die Spanne von 51 % (eToro) bis 80 % (Plus500). Das zeigt, wie wichtig Risikomanagement und Erfahrung sind, bevor man mit echtem Kapital handelt.
Plattformen
Die größte Auswahl bieten IG (eigene Plattform, MetaTrader 4, ProRealTime, TradingView) und Capital.com (eigene Plattform, MT4, MT5, TradingView).
Was sind CFDs — und für wen sind sie nicht geeignet?
CFD steht für Contract for Difference. Du spekulierst auf die Kursbewegung eines Basiswerts — Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungen — ohne das Underlying tatsächlich zu besitzen. Mit Hebel kannst du größere Positionen mit kleinerem Kapitaleinsatz bewegen, was sowohl Gewinne als auch Verluste verstärkt.
CFDs sind nicht geeignet, wenn du …
- langfristig Vermögen aufbauen willst. Für ETF-Sparpläne und Buy-and-Hold sind echte Aktien und ETFs günstiger — bei CFDs fallen für jede Nacht Finanzierungskosten an.
- den Hebel nicht verstehst. Schon kleine Kursbewegungen können durch den Hebel einen großen Teil des eingesetzten Kapitals kosten.
- Geld einsetzen würdest, das du kurzfristig brauchst oder dessen Verlust du nicht verkraften kannst.
- keine Zeit hast, Positionen zu überwachen. CFD-Positionen können über Nacht und am Wochenende durch Kurslücken stark ins Minus laufen.
- Strategie und Risikomanagement (Stop-Loss, Positionsgröße) noch nicht im Demokonto geübt hast.
Zwischen 51 % und 80 % der Privatkundenkonten verlieren bei den hier verglichenen Anbietern Geld.
In Deutschland gilt die ESMA-Regulierung: Der Maximalhebel für Privatanleger beträgt 30:1 auf Hauptwährungspaare, 20:1 auf Hauptindizes und 2:1 auf Kryptowährungen. Negative Balance Protection ist Pflicht — du kannst nicht mehr verlieren als deine Einlage. Wie viel Margin du für deine Position brauchst und ab welchem Kursverlust der Broker glattstellt, rechnest du mit unserem Hebel-Rechner aus.
CFD Handel und Steuern in Deutschland
Gewinne aus dem CFD Handel unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag. Der Freistellungsauftrag gilt auch hier — bis 1.000 Euro Kapitalerträge jährlich sind steuerfrei (2.000 Euro bei Verheirateten).
Die frühere Grenze von 20.000 € pro Jahr für die Verrechnung von Verlusten aus Termingeschäften wie CFDs wurde abgeschafft und ist auf alle offenen Fälle nicht mehr anzuwenden (§ 52 Abs. 28 Satz 25 EStG).
CFDs sind komplexe Instrumente. Zwischen 51 % und 80 % der Privatkundenkonten verlieren bei den verglichenen Anbietern Geld. Dieser Vergleich stellt keine Anlageberatung dar. Stand: 24.09.2026.