Sparplan- und Orderkosten von 9 Brokern für ETF-Anleger in Deutschland – nach den Angaben der Anbieter.
Worin sich ETF-Broker unterscheiden
Den ETF selbst bekommst du bei fast jedem Broker. Unterschiede gibt es bei drei Dingen: was die Ausführung des Sparplans kostet, was eine Einzelorder kostet und über welchen Handelsplatz gekauft wird.
Sparplankosten
Die meisten Anbieter in diesem Vergleich führen ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr aus. Eine Ausnahme ist das klassische comdirect Depot mit 1,50 % des Ordervolumens: Bei 100 € Sparrate sind das 1,50 € im Monat, über 20 Jahre 360 €. Das Pure Depot derselben Bank berechnet für Sparpläne kein Orderentgelt.
Einzelorder
Wer einen größeren Betrag auf einmal anlegt, zahlt bei Trade Republic 1 € und bei Scalable Capital im FREE-Tarif 0,99 € pro Order. Bei der ING sind es 4,90 € plus 0,25 % vom Kurswert, höchstens 69,90 € – für 5.000 € also 17,40 € zuzüglich Handelsplatzgebühr. Smartbroker+ nimmt über gettex ab 500 € Ordervolumen 0 €, über Xetra bei 5.000 € sind es 5,50 €.
Handelsplatz
Günstige Orders laufen meist über einen einzigen Handelsplatz: bei finanzen.net zero und im Pure Depot der comdirect über gettex, bei Trade Republic gegen Trade Republic selbst. Wer den Handelsplatz wählen will, zahlt dafür – bei Trade Republic 2 € pro Order. Smartbroker+ nennt 30 Handelsplätze.
Zinsen auf nicht investiertes Geld
Zwischen zwei Käufen liegt Geld auf dem Konto. Trade Republic verzinst es mit 2,50 % p.a., Scalable Capital zahlt 2,60 % auf dem separaten Tagesgeld, Smartbroker+ 2,25 % auf dem Zinskonto. finanzen.net zero zahlt keinen Guthabenzins. Alle Sätze im Zinsen-Vergleich.
ETF-Sparplan oder Einmalkauf?
Bei einem ETF-Sparplan investierst du regelmäßig — meist monatlich — einen festen Betrag in einen ausgewählten ETF. Der Vorteil liegt im sogenannten Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen kaufst du automatisch mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Über lange Zeiträume kann sich daraus ein günstigerer Durchschnittspreis ergeben als bei einer einzelnen Investition zum falschen Zeitpunkt.
Eine Einmalanlage eignet sich, wenn du bereits über einen größeren Betrag verfügst und ihn sofort investieren willst — etwa nach einer Erbschaft oder einem Bonus. Beim Sparplan musst du dagegen keinen Einstiegszeitpunkt treffen.
Viele Anleger kombinieren beide Strategien: einen festen Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau, ergänzt durch gelegentliche Einmalanlagen bei verfügbarem Zusatzkapital.
Wie viel bringt dein ETF-Sparplan konkret?
Berechne dein Endkapital inklusive Zinseszinseffekt und TER-Kosten — mit deiner monatlichen Sparrate und Laufzeit.
Zum ETF-Rechner →Welcher ETF Broker passt zu wem?
Für einen reinen ETF-Sparplan in Euro reichen Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ oder finanzen.net zero: Sparpläne ab 1 €, keine Ausführungsgebühr.
Wer neben ETFs auch CFDs oder Devisen handeln will, findet das bei XTB und eToro. Beide führen die deutsche Steuer nicht automatisch ab, eToro rechnet in US-Dollar ab.
Wer Girokonto und Depot bei einer Bank haben möchte, schaut auf ING und comdirect. ETF-Sparpläne kosten bei der ING keine Kaufgebühr, Einzelorders sind teurer als bei den Neobrokern.
ETFs und Steuern in Deutschland
Gewinne aus ETFs unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag. Der Freistellungsauftrag gilt auch hier — bis 1.000 Euro Kapitalerträge jährlich sind steuerfrei, bei Verheirateten 2.000 Euro. Nicht alle Broker in unserem Vergleich führen die Steuer automatisch ab – XTB etwa nach eigenen Angaben nicht. Dann trägst du die Erträge selbst in die Anlage KAP ein. Die Steuer auf deine Erträge berechnet unser Kapitalertragsteuer-Rechner.
Wichtig ist die sogenannte Vorabpauschale: Bei thesaurierenden ETFs — also Fonds, die Erträge automatisch reinvestieren statt auszuschütten — wird einmal jährlich eine fiktive Mindestrendite besteuert, auch wenn du keine ETF-Anteile verkauft hast. Das verhindert Steuerstundung, ist aber für viele Anleger zunächst überraschend. Wie hoch sie bei deinem ETF ausfällt, zeigt unser Vorabpauschale-Rechner.
Bei ausschüttenden ETFs wird die Steuer direkt auf die Dividende fällig. Welche Variante besser passt, hängt von deiner Anlagestrategie ab: Wer den Zinseszinseffekt maximieren will, fährt mit thesaurierenden ETFs trotz Vorabpauschale meist günstiger, da die Erträge automatisch reinvestiert werden.
Quellen: Preisangaben und Konditionenseiten der Anbieter, im Einzelnen verlinkt in den Erfahrungsberichten. Finanzworld kann eine Provision erhalten, wenn du über unsere Links ein Konto eröffnest. Die Reihenfolge ist eine redaktionelle Auswahl. Keine Anlageberatung.